Deutzer Ufer und der »Schnellert«

Poller und Deutzer Ufer um 1752.
Poller und Deutzer Ufer um 1752. Ein natürlicher Rheinarm bildet eine Insel aus.

In der unabhängigen Stadt Deutz konnte jahrhundertelang in Konkurrenz zu Köln kein Hafen für den Güterumschlag entstehen. Das Kölner Stapelrecht, das erst zum Wiener Kongress 1815 eingeschränkt wurde, begründete die Vormachtstellung Kölns. Es gab in Deutz jedoch einen kleinen Hafen als Schutzhafen für die Fährboote der Verbindung von Deutz nach Köln sowie einen Hafen für die Deutzer Pioniere.

 

Das Deutz-Poller Ufer war für Köln von großer Bedeutung. Ein Eingriff in den Verlauf des Rheinstroms hätte die Kölner Häfen bedroht. In den Jahren 1577 bis 1583 wurde das Ufer bei Poll mit Buhnen aus Basaltblöcken und Pfahlwerk verstärkt. Schon 1400 wurden urkundlich Uferverstärkungen in Poll erwähnt. Die  »Poller Köpfe« ragten in den Rhein und wurden beim Bau des Deutzer Hafens zurückgebaut.


Beim Jahrhundertniedrigwasser im Jahr 2006 kamen noch einmal die Reste dieser Anlagen zu Tage. In einer Adhoc-Aktion wurden archäologische Untersuchungen unternommen. Man fand zahlreiche wunderbare alte Schiffe – bevor das Wasser wieder anstieg.  (> Lesen Sie mehr zu dem Thema auf »Monumente online« )

 

Quellen: 

Rheinische Industriekultur 

Monumente Online

 

Deutzer Ufer um 1900.
Deutzer Ufer um 1900. Die ehemalige kleine Insel wird zur Landzunge. Der Rheinarm wird später zum Industriehafen ausgebaut.