Industriehafen Deutz

Der Kartenausschnitt von 1911 zeigt den ausgebauten Industrie-Hafen, noch »Schnellert-Hafen« genannt.
Der Kartenausschnitt von 1911 zeigt den ausgebauten Industrie-Hafen, noch »Schnellert-Hafen« genannt. Schon damals wurden die Poller Wiesen zur Freizeit genutzt.

Die Eingemeindung Deutz nach Köln im Jahre 1888 bildet die politische Grundlage für einen Ausbau des natürlichen Rheinarms zum Hafen. Zuvor wachte die Stadt Köln eher mit Argwohn auf die Deutzer Seite. Nach Räumungsarbeiten und dem Abriss des »Schinkenkesselturms«, der die Anbindung an die Eisenbahn behinderte, begann man 1903 mit dem eigentlichen Ausbau der natürlichen Bassins zum Hafen. Bis Ende 1907 dauerten die Arbeiten und am 14. Dezember 1907 wurde der Hafen in Betrieb genommen.

 

Noch heute gliedert sich der Deutzer Hafen in zwei Teile. Das vordere kleinere Becken, das mit der Drehbrücke begrenzt wird, diente auch vor dem Ausbau als Sicherheitshafen. Das hintere Becken, das aus dem natürlichen Rheinarm Schnellert ausgehoben wurde, wurde zum Industriehafen. Rasch siedelten sich rundherum Industrie- und Logistikunternehmen an. Bereits Ende 1910 gab es im Deutzer Industriehafen: 

  • 2 Dampfmühlen
  • 2 Asphaltfabriken
  • 4 Holzgroßhandlungen
  • 1 Speditions- und Lagerhausgesellschaft
  • 1  Petroleumtankanlage 
  • 1 Werkplatz der Steinmetze des Kölner Doms

Zusammen nahmen diese Unternehmen eine Fläche von 74.0075 qm ein.

 

Die Hafenbahn im Süden des Hafens war und ist noch heute wichtige Voraussetzung für den Industriehafen. In diesem Gelände siedelte sich auf einer Fläche von ca. 66.000 qm ebenfalls Industrie, wie z. B. Horlzverarbeitung und -lager, an.

 

Ende 1926 berichtete der Kölner Baurat Franz Bock über »bedeutende Mühlenwerke, eine Eisfabrik mit Gefrierhaus, Holzverarbeitungswerke, Asphaltwerke, Erdöl- und Spiritusgroßhandelsfirmen«.

 

Quelle: Werner Schäfke, Vom Aufstand zum Untergang – Kölns Häfen von 1000 bis 1945. In: Werner Schäfke (Hrsg.), Hafenstadt Köln, Köln 2012

 

Ausschnitt aus Lageplan der Kölner Hafenanlagen von 1937.
Ausschnitt aus Lageplan der Kölner Hafenanlagen von 1937.

Hafenimpressionen von 1911

Die Fotos zeigen den Deutzer Industriehafen ca. 3 Jahre nach Inbetriebnahmen. Klicken Sie auf die Fotos, um sie zu vergrößern. Die Bilder sind dem Heft »Der Cölner Rhein- und Seehafen. Führer durch die links- und rechtsrheinischen Hafen- und Werftanlagen der Stadt Cöln mit einem amtlichen Plane und Bildern nach photographischen Aufnahmen. Im Auftrage der Stadt Cöln herausgegeben und bearbeitet vom Hafendirektor G. Christophe. Kölner Verlagsanstalt und Druckerei A.-G., 1911« entnommen.

Historische Firmen am Hafen

In der Bildergalerie unten haben wir Ihnen einige Anzeigen aus der Festschrift »Der Cölner Rhein- und Seehafen« von 1910 zusammengestellt. Die Anzeigen finanzierten die Herausgabe und sind zugleich Zeitdokumente.

 

Folgende Firmen aus dem Industriehafen Deutz sind mit einer Anzeige vertreten:

  • Westdeutsche Asphalt-Werke
  • Deutzer Walzenmühlen Ferd. Leysieffer & Lietzmann
  • Speditions- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft Cöln, Abteilung Schifffahrt 
  • Bernstein & Wolffsohn G.m.b.H. Cöln a. Rh. Holzgroßhandlung
  • Gebrüder Richrath Holzgroßhandlung Cöln, gegründet 1844
  • Gebrüder Sachsenberg Aktien-Gesellschaft, Schiffswerft, Roßlau an der Elbe, Filiale Cöln-Deutz
  • C. Schmale & Cie GmbH Holzhandlung