Deutzer Industriemühlen

Verwaltungsgebäude und Dampfmühle. Aus: 25 Jahre Ferdinand Leysieffer & Lietzmann, 1885–1910. Köln-Deutz Industriehafen, 1910
Verwaltungsgebäude und Dampfmühle der Firma Leysieffer & Lietzmann. Aus: 25 Jahre Ferdinand Leysieffer & Lietzmann, 1885–1910. Köln-Deutz Industriehafen, 1910

Noch heute prägt die Ellmühle mit dem »Aurora«-Logo die Silhouette des Deutzer Hafens. Der imposante Industriebau ist das Ergebnis des Zusammenschlusses zweier Großmühlen am Hafen: der Auer Mühle und der Mühle der Firma Leysieffer & Lietzmann.


Der Kölner Industrielle Heinrich Auer (* 28. November 1825; † 31. Mai 1892)  begründete sein »Mühlenimperium« mit einer Dampfmühle in Köln-Nippes. Die Söhne ergriffen mit dem Ausbau des Deutzer Hafens die Chance eine weitere, nun bereits die vierte Dampfmühle, zu errichten und nahmen 1909 die erste »Auersche Großmühle« in Deutz in Betrieb. Sie nutzten die Wasserstraße und die Bahnschiene für An- und Abtransport des Getreides und des Mehls. Modernste Mühlentechnik jener Zeit kam beim Neubau an diesem Standort zum Einsatz. Die beachtliche Menge von täglich 1500 Sack, später 3000 Sack feinstes Mehl pro Tag wurde dort gemahlen. Clemens Auer erwarb zudem 1939 die Aktienmehrheit an der Österreichischen Zuckerindustrie AG im Rahmen eines »Arisierungsprogramms« und wurde in die »Brucker Zuckerfabrik Clemens Auer« umbenannt. Am 18. Dezember 1944 wurde die Auer Mühle von Bomben getroffen und brannte ab. Sie wurde wieder aufgebaut und 1950 wieder in Betrieb genommen.

 

Direkt nebenan erbaute die Firma Leysieffer & Lietzmann 1909 eine Walzmühle. (Aus einer Festschrift von 1910 haben wir unten einige historische Aufnahmen zusammengestellt.) Seit 1924 ist die ehemalige Leysiefer & Lietzmann Mühle Teil der in Potsdam gegründeten Kampffmeyer Gruppe. 1964 wurde sie in »Ellmühle« umbenannt und 1975 mit der benachbarten Auer Mühle verschmolzen. Die Marke AURORA wurde ebenfalls 1975 von der Kampffmeyer Gruppe erworben und ist auf sie eingetragen. 

 

Im Jahr 2013 wurde die Ellmühle im Inneren umfassend saniert und technisch hochmodern ausgestattet. Nur noch ein Bruchteil des mächtigen Gebäudes wird für die Mehlherstellung genutzt. (vergl. > Artikel Kölnischer Stadtanzeiger)

 

Seit nun über hundert Jahren werden in Köln-Deutz Mahlprodukte wie Weizen- und Roggenmehl produziert.